Karate Do
Das Karate-Do ist eine Methode, die der Entwicklung von Körper und Geist dient. Das angestrebte Ziel ist die Selbsterkenntnis. Dazu dient ein Training, das aus zwei Einheiten besteht:
Training von Techniken aus der Kampfkunst, wobei die Durchführung nach der Philosophie der „leeren Hand“ erfolgt. In der Bezeichnung Karate-Do (Kara= leer, Te = Hand, Do = Weg) findet dies ihren Ausdruck.
Meditation und Konzentration nach dem Zen-Prinzip. Zen ist eine dynamische Philosophie vom Sein. Sie findet Anwendung in einem Rat, den der Meister TEKUAN seinem Schüler YAGYO TAJIMA-NO-KAMI erteilte: „Wenn die Schwerttäger sich einander zuwenden, dürfen sie nicht an den Gegner denken und auch nicht an sich selbst. Auch das Schwert des Gegners ist gleichgültig. Man ist eins mit dem Schwert. Die Schwerttäger vergessen alle Technik und sind bereit, den Befehlen des Unterbewußtseins zu folgen. Es ist nicht der denkende Mensch, der das Schwert bewegt, sondern das Unterbewußtsein.“
Auch wenn im ShitoRyu Karate kein Schwert verwendet wird,
so gilt das gleiche Prinzip: Ist eine bestimmte Stufe der Übung erreicht, tritt das Bewußtsein zurück. Die Bewegungen des Gegners spiegeln sich im Kopf und die Reaktion erfolgt direkt aus dem Unterbewußtsein heraus. Es ist also nicht nur die Kenntnis der Technik wichtig. Die Intuition spielt ebenso eine große Rolle.
Die Vorläufer des Karate entstanden vor mehr als 1000 Jahren in China.
Karate Do hat sich aus der Kampfkunst der leeren Hand entwickelt, die über lange Zeit auf der Insel Okinawa (Japan) geheim weitergegeben wurde. Es ist eine Kunst der Selbstverteidigung. Durch verschiedene Techniken, bei denen der ganze Körper eingesetzt wird, kann ein Gegner besiegt werden; z.B. durch gerade oder kreisförmige Hand- oder Fausttechniken, Fußtritte, Wurf- und Hebeltechniken. Über Okinawa gelangte die „Kunst der leeren Hand“ nach Japan und wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts zum Karate und ihren verschiedenen Stilrichtungen weiter entwickelt.
Die chinesischen Schriftzeichen im Namen
Shin Gi Tai Kai e.V. bedeuten Seele, Technik und Körper. Diese drei Dinge sollen eine Einheit bilden bei der Ausübung des Karate Do. Karate Do ist nicht nur eine Kampftechnik oder Sportart. In erster Linie werden Körper und Geist geschult. Letztendlich dient Karate der Selbsterkenntnis. Diese Kunst wird geübt, um die Würde eines Weisen zu erlangen.
Die beiden Karate Grundregeln lauten:
1. „Kun shi no ken“ (Karate ist die Faust des Weisen)
2. „Karate ni sente nashi“ (Karate beginnt nie mit einem Angriff)
Traditionell bilden die Katas eine festgelegte Abfolge von Techniken,
den Mittelpunkt und die Basis des Karate-Do. Sie können von Menschen jeden Alters, allein oder in der Gruppe geübt werden. Katas und andere Übungen stärken die geistige Energie und Konzentration und das körperliche Wohlbefinden.
„Karate Do tai kyu ku kata“ (Die Form ist die Essenz des Karate Do)
Shito Ryu Karate Do
Shito Ryu Karate Do gehört neben Shotokan, Wado Ryu und Gojou-Ryu zu den vier großen Karate Stilrichtungen. Der Begründer des Shito Ryu heißt Kenwa Mabuni. Er wurde am 14. November 1889 in Shuri auf der Insel Okinawa geboren und ist der 17. Abkömmling des Fürsten Onigusuki, einem legendären Feldherren des Königreiches Ryukyu (alter Name von Okinawa).
Als Kind war Kenwa Mabuni von gebrechlichem Gesundheitszustand
und suchte Mittel, um kräftiger zu werden. Zu jener Zeit lebte ein berühmter Karate Meister mit Namen Itosu Yasutsune in Shuri. Im Alter von 13 Jahren wurde Kenwa Mabuni, eingeführt durch einige seiner Freunde, sein Schüler. Er erwarb sich durch tägliches Training eine fundierte Kenntnis des Shuri-Te, auch Shorin-Ryu genannt. Mit 20 Jahren begann er das Studium des Naha-Te bzw. Shorei-Ryu unter der Leitung von Meister Kanryu Higashionna (Higaonna), bei welchem er durch seinen Freund Chojun Miyagi vorgestellt wurde. Er lernte Bo-Jutsu von Meister Aragaki und Meister Soeishi und das Sai-Jutsu von Meister Tawada. Zu Beginn der Ära Showa, im Jahre 1929, zog Kenwa Mabuni nach Osaka in Japan und eröffnete dort ein Dojo, um Karate-Do zu lehren und verbreiten. Er bildete viele Schüler aus, namentlich in den Universitäten.
Er begründete eine Methode ausgehend von zwei verschiedenen Lehren,
derjenigen von Meister Itosu aus Shuri und derjenigen von Meister Higashionna aus Naha. In dem Namen Shito-Ryu sind die Initialen dieser beiden Lehrer zusammen gefügt: Shi = Ito von Itosu, und To= Higashi von Higashionna
Shi
To
Durch die Integration verschiedener Elemente gibt es im Shito-Ryu eine Vielzahl von Katas,
Selbstverteidigung- und traditionellen Waffentechniken. In diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß es sich beim Shito-Ryu nicht um eine einfache Vermischung verschiedener Stile handelt; Kenwa Mabuni entwickelte aufgrund beider Stile eine systematische Trainingsmethode auf wissenschaftlich-logischer und tiefer moralischer und philosophischer Grundlage. Als er am 23. Mai 1952 im Alter von 63 Jahren starb, wurde sein ältester Sohn, Kenei Mabuni Erbe und Nachfolger, und somit Leiter der zentralen Schule des Shito-Ryu, genannt Yoshu-Kan.
Die wichtigsten Komponenten des Shito Ryu Stil sind u. a.:
ITOSU RYU (Shuri),
HIGAONNA RYU (Naha)
MATSUMORA RYU (Tomari),
RYUKYU KO BUDO
RENYA BU-TAY (Koga Ryu Ninjitsu).
Soke Mabuni Kenei
Nidaime Soke Mabuni Kenei (1918 – 2015) repräsentierte wie kein zweiter Karatemeister in der Welt den Shito-Ryu Karatestil, den sein Vater, Mabuni Kenwa, in den 1930er Jahren begründete. Mabuni Kenei trainierte seit seinem 13. Lebensjahr Karate, verfügte also über einen nahezu acht Jahrzehnte umfassenden Erfahrungsschatz. Er wurde am 13. Februar 1918 in Shuri geboren. In seiner Kindheit lernte er schon die verschiedenen Stile des Karate kennen, große Anzahl Karateka ging ständig ein und aus im Hause Mabuni, so war es natürlich, daß er damit ziemlich früh in Berührung kam, darunter
Miyagi Chojun (1888 – 1953) Gründer der Goju Ryu
Funakoshi Gichin (1868 – 1955) Gründer der Shoto-Kan
Motubo Choki (1870 – 1942) Itosu
Uechi Kambun (1877 – 1948) Gründer der Uechi Ryu
Fujita Seiko (1899) Koga Ryu Ninjitsu, 14 Generation
Ohtsuka Hironorio (1892 – 1982) Gründer der Wado Ryu
Konishi Yasuhiro (1893 – 1983) Gründer der Shinto-Jinen Ryu
Von seinem Vater lernte er Karate-Do und Ju-Jutsu,
von Konishi Yasuhiro lernte er Kendo, von Seiko Fujita lernte er die Kunst des Renya Bu Tai (Koga Ryu Ninjitsu), und im Laufe der Zeit auch andere klassische Kampfkünste wie Ryukyu-Kobudo. In den 60er Jahren folgte er einer Einladung nach Mexiko und Guatemala, wo er mehrere Jahre verbrachte, um dort das Shito-Ryu Karate zu verbreiten. Danach unterrichtete er außerdem in Süd- und Nordamerika, Australien, in verschiedenen asiatischen Ländern und seit 1984 in Europa Er war technischer Berater der Japan Karate Federation, seit 1989 Vorsitzender der Union Shito-Ryu Europa, und Vorsitzender der World Shito-Ryu Karate Federation (WSKF), die am 17. März 1993 in Osaka gegründet wurde.
Nachdem das Shito-Ryu im Laufe seiner nicht sehr einheitlichen Entwicklung
viele Abweichungen vom traditionellen Ursprung erlebt hatte, ist es mit der Gründung der WSKF gelungen, den Stil weltweit zu organisieren und seinem Ursprung gemäß zu vereinen. Einmal jährlich besuchte Mabuni Sensei bis zu seinem 90. Lebensjahr Europa (meist in der ersten Augustwoche nach Korsika/Borgo), um dort einen einwöchigen Lehrgang zu halten.
Mabuni Kenei starb am 19. Dezember 2015 in Osaka im Alter von 97 Jahren.
Shito Ryu Katas
Die Kata stellt die Essenz des Karate dar!
Sie ist die Bewegung von Yin und Yang. Für die Anwendung des Ki, die Harmonie und Koordination von Kraft, Geschwindigkeit und Zeit in der Bewegung ist das Erlernen der Katas unerläßlich. Nur durch ihr Beherrschen kann die Einheit von Körper und Geist erreicht werden!
Hier ein Auszug der im ShitoRyu Karate praktizierten Katas. Diese Liste ist nicht vollständig – es gibt über 60 Katas, die im ShitoRyu geübt werden!
Wer keine Kata kann, kann kein Karate!